Girlanden binden
Einen großen Beitrag für das Gelingen des Buchenwaldgedenkens leisten die vielen Helferinnen und Helfer schon im Vorfeld der Feierlichkeiten.
Das Binden der Girlanden findet immer am Freitag vor den Feierlichkeiten statt. Dabei werden die Girlanden für die 125 Gedenkkreuze im Soldatenfriedhof aus Eichenlaub gebunden. Diese Tradition kann nur deshalb aufrecht erhalten werden, weil so viele Helferinnen und Helfer dafür mitarbeiten!

Viele fleißige Helfer beim Girlanden binden im Bauhof
Hier kann man sehen wie eine Girlande auf das Stück Seil gebunden wird und man kann erahnen, welcher Aufwand, welches Geschick und wieviel Geduld dafür erforderlich ist






Die 125 Gedenkkreuze im Soldatenfriedhof mit Girlanden geschmückt
Grundschüler/innen malen für den Frieden – Bunte Farben für den Frieden
Ein riesiges buntes Friedenszeichen, Friedenstauben und Tiere zieren die zusätzlich aufgestellte Plakattafel im Soldatenfriedhof in Altenmarkt. Schülerinnen und Schüler der Grundschule in Altenmarkt haben sich Gedanken zum Frieden anlässlich des 200 jährigen Jubiläums der Soldatenkameradschaft Altenmarkt und dem 225 jährigen Buchenwaldfest, heute Gedenken, gemacht. In einem Gespräch mit der Schulleiterin Sabine Schwan und dem Vorstand der Soldatenkameradschaft entstand die Idee „Grundschüler malen für den Frieden“. Was mit einem kleinen Gespräch begann, entwickelte sich schnell zu einem Schulprojekt mit einem tollen Ergebnis, wie das Ergebnis an der Plakatwand zeigt. Die Vorstandschaft ist begeistert von den Arbeiten und bedankt sich recht herzlich bei den jungen Künstlern. Die auf Papier gebrachten Gedanken der Schüler/innen sind die nächsten Wochen auf dem Soldatenfriedhof ausgestellt. Einige besondere Arbeiten in aufwendiger Falttechnik zeigt das Heimatmuseum anlässlich ihrer Sonderausstellung zum Jubiläum
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Buchenwaldgedenken 2026 Predigt
Predigt des Militärdekans Thomas Funke aus Bad Reichenhall zum diesjährigen Buchenwaldgedenken, auf vielfachen Wunsch wird diese nachfolgend abgedruckt.
Predigt als MP3-Datei anhören
Liebe Schwestern und Brüder,
dieser Ort im Buchenwald hat etwas Eigenartiges.
Er ist still. Friedlich beinahe.
Und gerade deshalb berührt er.
Denn unter dieser Ruhe liegt eine Geschichte voller Leid.
Nach der Schlacht von Hohenlinden im Jahr 1800 wurden Verwundete verschiedenster Armeen nach Baumburg gebracht. Das Kloster wurde Lazarett. Dann kam der Typhus. Viele starben nicht mehr durch Kugeln oder Waffen, sondern an Krankheit, Erschöpfung, Angst und Elend. Man begrub sie hier im Wald — oft namenlos, ohne große Zeremonie, ohne dass noch jemand genau wusste, wer sie waren.
Und vielleicht ist das das Erste, was man an einem solchen Ort lernt:
Am Ende bleibt vom Menschen nicht die Uniform. Sondern seine Verletzlichkeit.
Wer einmal Soldaten wirklich begegnet ist, weiß das.
Ich durfte als Militärpfarrer Soldatinnen und Soldaten in Afghanistan, Mali und Niger begleiten. Dort lernt man schnell, dass vieles von dem, was Menschen über Militär denken — im Positiven wie im Negativen — zu einfach ist.
Denn Soldaten sind keine Figuren aus politischen Debatten. Es sind Menschen.
Menschen, die Heimweh haben.
Menschen, die Verantwortung tragen.
Menschen, die Angst kennen.
Menschen, die nachts wachliegen.
Menschen, die Entscheidungen treffen müssen, bei denen es nie nur Schwarz oder Weiß gibt.
Und ich habe dort eines erlebt, das in unseren Diskussionen manchmal zu wenig vorkommt:
Die allermeisten dienen nicht aus Begeisterung für Gewalt. Sondern aus der Überzeugung heraus, dass Frieden, Freiheit und Menschenwürde geschützt werden müssen.
Gerade wir in Deutschland wissen doch: Demokratie ist nicht selbstverständlich. Menschenrechte sind nicht selbstverständlich. Frieden ist nicht selbstverständlich.
Das Evangelium heute sagt: > „Frieden hinterlasse ich euch; meinen Frieden gebe ich euch.“
Dieser Friede Christi ist kein billiger Friede. Kein Wegschauen. Kein „Es wird schon irgendwie gut werden“.
Manchmal braucht Frieden Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Menschen, die sich schützend vor andere stellen. Menschen, die für Recht und Freiheit einstehen — auch unter persönlichem Risiko.
Darum ist es richtig, heute auch den Dienst unserer Streitkräfte zu würdigen.
Nicht jede politische Entscheidung war richtig. Nicht jeder Einsatz war erfolgreich. Auch das gehört zur Wahrheit.
Aber wer mit Soldatinnen und Soldaten unterwegs war, lernt Demut vor ihrem Dienst. Ich erinnere mich an Gespräche in Afghanistan. Junge Männer und Frauen aus Deutschland, die abends fragten: „Hoffentlich machen wir hier wirklich etwas besser.“ Nicht Zynismus. Nicht Abenteuerromantik. Sondern die ehrliche Sorge, Menschen zu schützen. Und ich erinnere mich an einen Satz eines Soldaten in Mali. Er sagte: „Herr Pfarrer, Frieden merkt man eigentlich erst, wenn er fehlt.“
Das klingt schlicht. Aber vielleicht steckt darin große Wahrheit. Wir leben in Europa seit Jahrzehnten in einem Frieden, den viele fast für selbstverständlich halten. Doch Frieden wächst nicht von allein. Darum passt das Wort auf dem Plakat dieses Jahres so gut: > „Der Friede ist ein Baum, der eines langen Wachstums bedarf.“ Ein Baum wächst langsam. Und seine Wurzeln sieht man nicht. Zu diesen Wurzeln gehören viele:
* Menschen, die Versöhnung leben,
* Familien, die Werte weitergeben,
* eine Gesellschaft, die Menschlichkeit bewahrt,
* aber eben auch Frauen und Männer, die bereit sind, unsere freiheitliche Ordnung zu schützen.
Gerade deshalb ist dieser Ort hier wichtig. Denn er bewahrt uns vor zwei Irrtümern gleichzeitig: vor der Verherrlichung des Krieges — und vor der Naivität gegenüber dem Bösen.
Die Kreuze im Buchenwald sagen uns: Krieg ist immer eine Wunde der Menschheit. Aber sie sagen nicht: Verantwortung sei überflüssig. Im Gegenteil: Die Erinnerung an das Leid verpflichtet uns, alles zu tun, damit Freiheit, Recht und Menschenwürde nicht verlorengehen. Und vielleicht ist das der Gedanke, den wir heute mitnehmen dürfen:
Frieden ist nicht nur ein Geschenk. Frieden ist auch ein Auftrag. Ein Auftrag an Politiker. An Familien. An die Kirche. An die Gesellschaft. Und auch an jene, die in Uniform dienen.
Möge Gott allen Verstorbenen ihren Frieden schenken. Möge er die segnen, die heute Verantwortung tragen. Und möge er in uns allen die Kraft wachsen lassen, den Frieden zu hüten – geduldig, mutig und menschlich.
Amen
Buchenwaldgedenken 2026
Ausgabe Trostberger Tagblatt vom 29.06.2026
„Frieden merkt man erst, wenn er fehlt“
Buchenwaldgedenkgottesdienst zum Jubiläum mit Militärdekan Thomas Funke – Wolfgang Losert erhält Ehrenurkunde der französischen Reservisten in Bayern
Altenmarkt. „Frieden merkt man erst, wenn er fehlt“, sagte einst ein Soldat in Mali zu Militärdekan Thomas Funke. Dieser Friede sei wie ein Baum, der langsam wächst und Auftrag für Politik, Bildung und jeden einzelnen sei, so der Militärdekan in seiner Predigt zum Jubiläums-Gedenkgottesdienst, der gleichzeitig Höhepunkt der Feierlichkeiten der Soldatenkameradschaft Altenmarkt zu ihrem 200jährigen Bestehen war.
Auch der zweite Tag des Jubiläums (die KSK Altenmarkt feierte 200 Jahre Bestehen und 225 Jahre Buchenwaldgedenken) war geprägt von hochsommerlichen Temperaturen, die sich aber hauptsächlich während des Zuges vom Altenmarkter Marktplatz zur Buchenwaldgedenkstätte bemerkbar machten. Im Buchenwald herrschte ein laues Lüftchen, das dort für moderatere Temperaturen sorgte. Gekommen waren insgesamt 44 Vereine und zahlreiche Gäste, so dass man in zwei Zügen (einmal angeführt von der Altenmarkter Musikkapelle und einmal mit der Seeoner Blasmusik vorn dran) vom Marktplatz über die Bundesstraße den Baumburger Berg hoch bis zur Buchenwaldkapelle marschieren konnte. Mit dabei waren Altenmarkter Ortsvereine sowie Nachbarvereine mit ihren Fahnenabordnungen, darunter wieder eine Abordnung aus dem österreichischen Handenberg sowie aus dem befreundeten Hohenlinden, die in historischen Uniformen dabei waren. Angekommen an der Buchenwaldkapelle begrüßte der Vorsitzende der Altenmarkter Soldatenkameradschaft Wolfgang Losert die zahlreichen Gäste, darunter den Gauvorsitzenden des Chiem- und Rupertigaus Anton Linner sowie Ehrenvorsitzenden Michael Bernauer, den stellvertretende Generalkonsul Pierre Clouet aus München, den Generaldelegierten des Souvenir Français für Deutschland in Bayern Pierre Wolff mit seiner Frau Margarete, den Generalpräsidenten der Vereinigung der französischen Reservisten und Veteranen in Bayern Bertrand Polliot sowie den Präsidenten der Vereinigung der französischen Reservisten Daniel Baur.
Den Gottesdienst hielten zum Jubiläum neben Militärdekan Thomas Funke, Pfarrer Christoph Kronast, Pater Sebastian Paredom und Gemeindereferentin Irmi Huber. In seiner Predigt erinnerte der Militärdekan zunächst an das Schicksal der mehr als 2000 Toten aus dem Baumburger Lazarett, die hier im Buchenwald begraben liegen. Im Leben waren sie noch Feinde aus Österreich, Bayern und Frankreich kommend, „im Tod liegen sie friedlich nebeneinander“. Jesus habe den Menschen „den Frieden hinterlassen“. Seine Einsätze als Militärpfarrer in Afghanistan und Mali hatten ihm jedoch aufgezeigt, dass dieser Friede mehr als nur die Abwesenheit von Krieg sei. In Gesprächen mit Soldaten wurden dies immer wieder thematisiert und darauf gehofft, dass die Einsätze der Bundeswehr dort, Frieden und eine bessere Welt für die Menschen vor Ort brächten. „Friede merkt man erst, wenn er fehlt“, hatte ihm ein Soldat in Mali einst gesagt. Der Friede sei, wie Antoine de Saint-Exupéry einst feststellte, „wie ein Baum, der langsam wächst“. Daher auch die jüngst gepflanzte Friedenseiche nahe der Buchenwaldkapelle. Friede sei auch ein Auftrag an Politik, Bildung und jeden einzelnen, schloss er seine Predigt.
KSK-Vorsitzender Wolfgang Losert dankte nach dem Gottesdienst allen Beteiligten, dem Altenmarkter Musikverein für die musikalische Umrahmung, den Baumburger Böllerschützen, den Orts- und Nachbarvereinen, den Frauen, welche die Eichenlaubgirlanden für die Holzgräber gebunden hatten, sowie allen Helfern für die Vorbereitung und Gestaltung des Gottesdienstes. Er betonte nochmals, dass Frieden wichtiger denn je sei und sich jeder überlegen solle, wo er sich wie einbringen könne, den Frieden in seiner Umgebung zu erhalten.
Im Anschluss bewegte sich der Zug zur Gedenkstätte unterhalb der Buchenwaldkapelle, an der das Libera von einem gemischten Chor unter der Leitung von Regina Mitterer gesungen wurde. Nach den Segensworten von Militärdekan Thomas Funke hielt der stellvertretende Generalkonsul Pierre Clouet noch eine kurze Gedenkansprache. Auch er legte einen Kranz nieder. Gemeinsam wurde diesmal nicht nur die Deutschland- und Bayernhymne gespielt, sondern auch die eigens von der Musikkapelle einstudierte französische und österreichische Nationalhymne.
Nach dem Rückmarsch des Zuges zurück zum Marktplatz wurde dort noch ein Spalier des Jubelvereins gebildet, durch das sich der Rest des Zuges bis zum Ziel bewegte. Im Gasthof „zur Post“ würdigte abschließend Pierre Wolff, der Landesdelegierte von „Le Souvenir Français“, die Leistung der Altenmarkter Soldatenkameradschaft unter Wolfgang Losert. Damals vor 225 Jahren, waren Bayern und Franzosen noch Feinde, doch bereits im Lazarett wurden auch Franzosen von Bayern gepflegt. Heute sei eine wunderbare Freundschaft zwischen beiden Nationen entstanden. Pierre Wolff dankte der Altenmarkter Soldatenkameradschaft für die unermüdliche Pflege dieser für das mahnende Gedenken so wertvollen Gedenkstätte, die ja auch den französischen Opfern gelte. Als äußeres Zeichen dieses Dankes überreichte er Wolfgang Losert eine Urkunde, die symbolisiere, dass „die einstigen Gräben der Vergangenheit durch Brücken der Freundschaft ersetzt wurden“. -sts

Eine große Schar Gäste hatte sich am Sonntag vor der Buchenwaldkapelle eingefunden, um mit Militärdekan Thomas Funke Gottesdienst zum Jubiläum der Altenmarkter Soldatenkameradschaft zu feiern. Foto: sts
















