Geschichte
Restauration und Segnung der Fahne von 1972
2016 - Im Jahr 2016 wurde die Fahne von 1972 einer gründlichen Reinigung und Überhohlung unterzogen und zum Buchenwaldgedenken durch Prälat Josef Obermeier im Anschluss an den Gedenkgottesdienst neu gesegnet. Obermaier ging auf die aktuelle politische Situation in Europa auf, der durch den Brexit, die Abspaltung Groß Britaniens, die Tagespresse füllte. "Das geeinte Europa darf nicht in Gefahr gebracht werden" so seine eindringlichen Worte. "Jede Form der Abspaltung schade dem Gemeinschaftssinn - das gelte auch in Deutschland". Beim durchgeführten Fackelzug am Vortag sprach die Stellvertretende Landrätin Resi Schmidhuber, die auf die Schlacht von Hohenlinden einging, dem Leid der gefallenen Soldaten aus dem Koalitätskriegen und den hier in Buchenwald begrabenen Toten aus dem Lazarett von Baumburg.
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| Segnung der restaurierten Fahne von 1972 durch Prälat Josef Obermaier, gehalten von den Trachtenkindern Maria und Christian Trenker |
200-jähriges Buchenwaldgedenken und 175 Jahre Soldatenkameradschaft im Jahr 2001
Ein weiteres Großereignis fand am 23. / 24. Juni 2001 statt. 200 Jahre Buchenwaldgedenken und 175 Jahre Soldatenkameradschaft Altenmarkt. Gemeinsam mit den Königlich privilegierten Feuerschützengesellschaft Baumburg wurde eine Festwoche durchgeführt, beginnend mit einem Totengedenken der Baumburger Schützen am Altenmarkter Kriegerdenkmal. Anschließend marschierten die Ortsvereine zum Festzelt mit Festabend an der Steiner Straße. Nach der Begrüßung und Festrede richteten Landrat Jakob Strobl und Bürgermeister und Schirmherr Horst Meier, sowie zweiter Gauvorstand Peter Stocker Grußworte an die anwesenden Festgäste. Erwachsen aus dem Gedenken an die 2000 Toten, die im Buchenwald Friedhof beerdigt wurden, könne die Altenmarkter SK auf die älteste Vereinsgeschichte im Ort zurückblicken. Wie schon der Landrat betonte, hob auch Bürgermeister Meier die gegenseitige Hilfe, vor allem in den Zeiten während und nach den Weltkriegen als Garant für ein intaktes Vereinsleben hervor. Die SK sei deswegen keineswegs ein "Club der Ewig Gestriegen" sondern ein Verein, der es über die Jahrzehnte verstand, durch die freundschaftliche gegenseitige Hilfe als Mahner für den Fieden einzutreten. Auch Christoph Schlaipfer erläuterte in seiner Rede die langjährige Geschichte der Soldatenkameradschaft, beginnend bei der Schlacht bei Hohenlinden 1800 bis über die Vereinsentwicklung.
Am 23. Juni wurd das Buchenwaldfest mit dem Fackelzug eingeleitet. Bei Einbruch der Dunkelheit bewegte sich der Gedenkzug mit ca. 130 Kameraden von Baumburg nach Altenmarkt. Die Ansprache am Kriegerdenkmal hielt Gauvorstand Sigi Engl. "Jeder einzelne von uns, und vor allem die Jugend, solle sich seiner Pflicht zur Erhaltung des Friedens und der Sicherheit in Europa bewußt werden". Der Redner spannte hier den Bogen zum Festjubiläum und desen tieferen Sinn. Anschließend legten Bürgermeister Horst Meier und erster Vorstand Christoph Schlaipfer einen Kranz nieder. Mit dem Lied vom Guten Kameraden endete schließlich der Festzug am Gasthof zur Post.
Bei strahlendem Sonneschein, Böllerschüssen unterhalb des leuchtenden Kreuzes auf dem Auerberg, startete der Weckruf, wurde der Festsonntag eingeleitet. Die ankommenden Festvereine wurden gegrüßt und ins Festzelt geleitet. Als Ehrengäste kamen Landtagsabgeordneter Herman Steinmaßl, Gauvorstand Sigi Engl, Bezirksbeschäftsführer der Kriegsgräberfürsoge Obb. Jörg Raab, Schirmherr Bürgermeister Horst Meier sowie der Patenverein, die Kameraden von Trostberg. Mit mehr als 1.000 Festteilnehmern bewegte sich der Festzug nach Baumburg. Mit einem Freialtar im Klosterhof wurde der Festgottesdienst gegangen, den Pfarrer Josef Stigloher zelebrierte. Die Ehrengäste entrichteten Grußworte und zur Segnung des Festbanners hielt Evi Schlaipfer den Prolog. Den Abschluss des Festtages bildete das Totengedenken mit dem Libera im Buchenwald. SK Vorstand Christoph Schlaipfer erinnerte vor den mit Eichenlaub geschmückten Erinnerungskreuzen an die Geschehnisse vor 200 Jahren und mahnte , das Gedenken an die Opfer der Kriege immer im Bewusstsein zu halten. In seinem Schlusswort danke er allen die zum Gelinges des Festes beigetragen haben. Mit der Bayernhymne endete das Gedenken. Der Festzug marschierte zurück in den Ort in das Festzelt an der Steiner Straße, wo die Musikkapellen Hohenlinden und Altenmarkt noch schneidig aufspielten.
Fahnenweihe 1972
Eine in die Jahre gekommene Fahne aus dem Jahre 1926 wird durch eine neue Fahne ersetzt. Bei strahlenden Wetter startete der Festzug wie immer am Marktplatz durch den von der Bevölkerung schön geschmückten Ort, zum Buchenwald. Zahlreiche Vereine aus Altenmarkt und der Umgebung, begleitet von zwei Musikkapellen, waren der Einladung der Soldatenkameradschaft gefolgt und begleiteten den Festzug. In seiner Festpredigt mahnte der Geistliche alle Menschen zum Frieden.
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| Pfarrer Faßnauer beim Gedenkgottesdienst |
Er blickte zurück auf das Jahr 1926, in dem die letzte Fahne des Vereins seinen Segen erhielt. Damals, so sagte er, habe man ebenfalls versucht, ein Werk für den Frieden zu tun. Zur selben Zeit aber habe sich schon die weitere Entwicklung im von Kriesen heimgesuchen Deutschland angekündigt. Er bezeichnete es als "Fortschritt in den Abgrund". Auch der heutige Fortschritt dürfe - so Faßnauer - nie darüber hinwegtäuschen, daß es doch die erste Pflicht des Menschen sei, sich für den Frieden einzusetzen. Jeder einzelne könne an dieser Aufgabe mitwirken, "zum Wohle der Menschheit".
Die Weihe der Fahne nahm der Pfarrherr von Baumburg Alois Faßnauer vor. Dies erfolgte im Anschluss an diese Predigt. Nach der Segnung wurden neben dem Totenband des Vereins der Soldatenkameradschaft, durch die Gemeinde, dem Patenverein Trostberg und den Gebirgsjägern je ein Erinnerungsband an die neue Fahne geheftet.
Rita Voglmeier und Hans Höfer vom Trachtenverein trugen zur Segnung nette Verse, die von Sophie Clemente aufgesetzt wurden, vor.
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| Rita Voglmaier | Hans Höfer |
Die drei bisherigen Fahnen des Vereins wurden beim Festzug mitgeführt. Am Ehrenmal der Gefallenen im Buchenwald erklang nach der Weihe der Gräber durch Pfarrer Faßnauer, von den beiden Musikkapellen gespielt, das Lied vom Guten Kameraden. Nach dem Rückmarsch in den Ort löste sich der Festzug auf.
Bereits am Vortage war der alljährlich statt findende Fackelzug von Baumburg zum Kriegerdenkmal in Altenmarkt, wo das Vereinsmitglied Sepp Parzinger, eine eindrucksvolle Rede, rückblickend auf den zweiten Weltkrieg, mit der Mahnung zum Frieden, ausführte. Abschließend zogen die Fackelträger wie alljährich hinaus zur Angermühle und schließlich zurück zum Gasthof zur Post, wo sich der Zug auflöste.
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| Egerländer Gmoi nahm auch teil |
150-jähriges Buchenwaldgedenken im Jahr 1952
150 jähriges Buchenwaldfest (heute Buchenwaldgedenken) und 125 jähriges Gründungsjubiläum. Den Zeitungsberichten nach pilgerten zehntausende zum Buchenwald. Bereits am Vorabend, beim Fackelzug, waren tausende gekommen um der Totenehrung zu folgen. Vom Auerberg leuchtete das Eiserne Kreuz, als am Kriegerdenkmal vom ersten Bürgermeister Franz Wimmer ein Kranz für die Gemeinde, vom Vorstand Georg Meier für den Verein, niedergelegt wurden. Die alten Soldaten sollten die Kameradschaft bewahren und das Opfer der Gefallenen nicht vergessen, waren seine Worte bei der Ansprache am Kriegerdenkmal. Der Vorstand der Egerländer Gmoi, die sich auch an dem Zug beteiligten, legten einen Kranz aus Eichenlaub und Kornblumen nieder, mit den Worten, dass die Ehrfurcht vor ihren Opfern, ihre Tapferkeit und Treue lebendig bleiben möge.
Mit den Böllerschüssen am Morgen und dem Weckruf der Musikkapelle, begann der eigentliche Festtag. Den Festzug führten die Buben mit den weißblauen Fähnchen und die weiß gekleideten Schulmädchen an. Einen besonderen Ehrenplatz nahm der Patenverein Trostberg ein, ebenso die Egerländer Gmoi in Tracht. Auf der großen grünen Wiese, neben dem Soldatenfriedhof, auf dem heutigen Waldfriedhof, war ein schlichter Feldaltar aufgebaut, der einen schönen Überblick über die Menschenmassen zeigte. Nachdem Frl. Sofie Clemente einen von ihr verfassten Prolog vorgetragen hatte und die Kapelle einen weihevollen musikalischen Auftakt gegeben hatte, ergriff der Festprediger H.H. Studienrat Georg Lipp, Rosenheim, Divisionspfarrer der ehemaligen 1. Gebirgsdivision das Wort. Rettet das Christentum so seine Botschaft, dann rettet ihr den Frieden. Die Gefallenen, deren wir heute besonders gedenken, deren Lebensopfer, das sie für die Größe und Freiheit ihres Vaterlandes gebracht haben, seien unseres Gebetes würdig. Mit der Erstaufführung des "Baumburger Libera" von Max Grau komponiert und unter der Stabsführung von Rektor Oberndorfer inizirt, solle es zukünftig den Namen "Baumburger Libera", nach dem Wunsch des Komponisten, tragen. Mit der Gräbersegnung endete der Gedenkgottesdienst und der Festzug ging zurück in den Ort, zum Sportplatz, dem heutigen Schulgelände. Anderl Osenstätter trug als Willkommensgruß ein Gedicht von Sofie Clemente vor. Vorstand Franz Kopp vom Patenverein Trostberg überbrachte dessen Glückwünsche und heftete mit dem 2. Vorstand Georg Randlinger ein wertvolles Fahnenband an die Jubelfahne. Vorstand Georg Meier würdigte in seiner Ansprache die Dankbarkeit und Freundschaft zum Trostberger Bruderverein. Er begrüßte ferner den Landrat Hans Unnützer, den Festprediger Georg Lipp, dem auch der Dank für den Gottesdienst galt, dem Bürgermeister Franz Wimmer mit Gemeinderat, Distriktstierarzt Dr. Schuck aus Trostberg, der beim Jubelfest vor damals 25 Jahren die Festrede abgehalten hatte. Der Bundestagsabgeordnete Sepp Parzinger sandte aus der Bundeshauptstadt Bonn seine besten Wünsche, mit einen schönen Festverlauf. Nach dem Vorstand Meier noch den Gefallenen und Vermissten gedachte, hielt Dr. Hans Höcherl eine markante Festrede mit geschichtlichen Rückblick. Mit dem Gesang der Nationalhymne endete der offizielle Teil. Mit den ortseigenen Vereinen waren 68 Vereine beteiligt. Ausgiebig wurde dann in den ortsansässigen Gaststätten noch gefeiert.








