Geschichte
Aufnahmeurkunde aus dem Jahr 1900
Mit dieser Urkunde wird Peter Haberbauer aus (St.) Wolfgang in den Verein aufgenommen.
In der Urkunde ist im ersten Absatz von "den vielgeliebten Fürsten und Königen" Fürst Maximilian Josef I. (1756-1825) und König Ludwig II. (1845-1886) die Rede, unter deren Regierungszeit die Schlacht von Hohenlinden (1800), der Deutsche Krieg 1866 und der Deutsch-Französische Krieg 1870/71 stattfanden. Den gefallenen dieser Kriege soll zum Andenken, so ist es in der Urkunde bestimmt, "jährlich ein heiliger Seelengottesdienst veranstaltet" werden, der "alljährlich am letzten Sonntag im Juni seinen Jahrtag feiert". Bis heute findet das Buchenwaldgedenken an diesem letzten Sonntag im Juni statt.
In der Urkunde heisst es weiter: "Am genannten Tage haben alle verehrlichen Mitglieder früh 8 Uhr bei Herrn Niggl (= Wirt vom Gasthof zur Post), Gastgeber in Altenmarkt, sich zu versammeln, von wo aus der Zug sich nach Baumburg in die Buchenwaldkapelle begibt!
Und es ist weiter in der Urkunde bestimmt: "Für jedes verstorbene Mitglied wird ein hl. Amt abgehalten" - was die kirchliche Verbundenheit des Vereins nochmals unterstreicht!
175-jähriges Buchenwaldgedenken im Jahr 1976
175-jähriges Buchenwaldgedenken und 150-jähriges Gründungsfest der Soldatenkameradschaft Altenmarkt standen in diesem Jahr als Höhepunkt im Vereinsleben. Am Samstag Abend formierte sich der Fackelzug zum Pfarrhof wo Pfarrer Alois Faßnauer auf das Doppeljubiläum verwies. Es zeige einmal die Kameradschaft, zum anderen, daß all das Vergangene lebendig bleibe. Nach dem Baumburglied bewegte sich die Formation abwärts zum Kriegerdenkmal in Altenmarkt. An der Kriegergedächtnisstätte hielt Manfred Girr eine eindrucksvolle Ansprache. Er erinnerte an die napoleonischen Kriege, Kämpfe zwischen den Staaten, den Krieg gegen Frankreich und schließlich an die beiden Weltkriege, die Millionen von Menschen dahinrafften. "Wenn wir in guter Tradition unserer Toten gedenken wollen, so darf dies nicht aufhören, wenn dem letzten Kriegsteilnehmer die Fackel aus der Hand fällt. Einmal im Jahr müssen sich alle verpflichtet fühlen, die Toten zu ehren". Als äußeres Zeichen legte der einen Kranz nieder, wie auch Bürgermeister Josef Daxenberger im Nahmen der Gemeinde. Im festlich geschmückten und gut besetzten Saal des Gasthauses "Zur Post" hielt Amtmann Hans Egner abschließend beim Heimatabend eine Festansprache. Der Wunsch des Vereines sei immer schon gewesen, dass keine Kriege mehr kommen mögen. Mit der Errichtung des Soldatenfriedhofes im Buchenwald wurde die Tradition begründet, das Gedenken an die Toten wach zu halten. Manches schmunzeln entlocke Hans Egner den Zuhörern, als er Paragraphen und Statuten der langen Vereinsgeschichte verlas. So betrug die Aufnahegebühr 1876 ein Mark, der Jahresbeitrag 60 Pfennige. Mitglied konnte nur werden, wer noch im Militärverbande stand oder bereits "beabschiedet" war. Dazu war mindestens die Note "gut" erforderlich. Nach dem alten Kassenbuch zählte der Verein damals 226 zahlende Mitglieder.
Am Sonntag Morgen wurde die Bevölkerung bei strahlend schönem Wetter durch Böllerschüsse geweckt, dann erklang in den Straßen des Ortes der musikalische Weckruf. Die Altenmarkter Blaskapelle brachte unter anderen Bürgermeister Josef Daxenberger und dem Vorstand Willi Wimmer ein Ständchen. Die zahlreichen Gastvereine wurden mit Musik empfangen. Die Trachtenkapelle Grassau unter Leitung von Hans Josef Crump erfreute die Bewohner der Siedlung mit einem Weckruf. Am Marktplatz erfolgte die Aufstellung der Vereine. Nach dem Bayerischen Militärgebet durch die Blaskapelle und den dabei gesenkten Fahnen, erfolgte der Abmarsch unter den Klängen von zwei Musikkapellen nach Baumburg in den Buchenwald. Pfarrer Alois Faßnauer zelebriete die Feldmesse, unterstützt von Kaplan Stadler. Aus der Zeit des furchtbaren Krieges stellte Faßnauer einige Beispiele heraus. Er erinnerte an die Not der Vertriebenen und den Rückzug aus dem Kaukasus im Jahre 1942, den er selbst mitmachen mußte. Damals wurden aus den Soldatenfriedhöfen die Kreuze herausgerissen. Der Festtag zeige, was Gemeinschaftsarbeit zuwege bringe. Faßnauer betonte weiter, das Weltgeschichte nur durch Versöhnung geschrieben werden kann. Welch ein Wahnsinn sei es, solch hohe Beträge für Rüstung auszugeben. Was könnte mit dem Geld geschaffen, welche Not gelindert werden. Die kommende Generation werde hoffentlich anders sein. Drei Jahrzehnte seien nun nach diesem schrecklichen Krieg vorbei, und es bleibt zu hoffen, daß von unserem Volk kein Krieg mehr ausgehen werde. Im Anschluss an den Gottesdienst wurden im Soldatenfriedhof die Gräber gesegnet und am Denkmal das Libera durch den Kirchenchor und die Musikkapelle vollzogen. Vorstand Willi Wimmer bedankte sich abschließend bei den Beteiligten für die Unterstützung. Ferner dankte er dem Roten Kreuz, der Feuerwehr für den Absperrdienst und den Aktiven des Vereins für die freiwillig geleistete Mitarbeit, ohne die ein solches Fest nicht so schön ausfallen würde.
Bilder folgen
Deutsche Friedensfeier
1871 Deutsche Friedensfeier nach dem Deutsch-Französischen Krieg, auch in Altenmarkt.
Nach dem Vorfrieden von Versailles, zwischen dem Deutschen Reich und Frankreich, am 26. Feb. 1871, fanden in vielen Deutschen Städten sogenannte Friedensfeiern statt. Dieser Vorfrieden wurde im Mai 1871 durch den Frieden von Frankfurt bestätigt und ergänzt. So, wurde auch in Altenmarkt eine Friedensfeier entsprechend den kleinen Kräften veranstaltet, wie nachfolgend Auszugsweise aus dem Traun- Alz- Boten vom 21. März 1871 wiedergegeben.
So war am Vormittag ein feierlicher Gottesdienst mit Te Deum in der Pfarrkirche in Baumburg. Um 7.00 Uhr Abends war Fackelzug mit Musik nach Baumburg zur Buchenwaldkapelle und zurück nach Altenmarkt, wobei bengalisches Feuer, der Donner der Geschütze und die beleuchteten Häuser dem Festbilde einen ernst feierlichen Charakter verliehen. Hierauf begann eine kurze Festrede und nach dieser im "Niggl schen Gasthause" eine musikalische Abendunterhaltung unter freundlicher Mitwirkung der Herren Thürmer von Trostberg. Aus den Mienen der zahlreich versammelten Bewohner in und um Altenmarkt, zeigten sich nur Rührung, Heiterkeit und herzliche Freude. Bedauerlicher Weise waren dieser kriegerrischen Auseinandersetzung auch acht Altenmarkter Bürger gefallen, zu deren Gedenken zwei Stelen vor der Buchenwaldkapelle mit deren Namen errichtet wurden.
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Die beiden Erinnerungstafeln zu Ehren der acht Gefallenen von 1870 / 71 vor der Buchenwaldkapelle
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Restauration und Segnung der Fahne von 1926
2017 - Im Jahr 2017 stand die Restauration unserer Fahne von 1926 an. Ein Schmuckstück, das von den englischen Fräulein in Baumburg entworfen und gestickt wurde. Die Vorstandschaft hatte sich entschlossen diese Fahne restaurieren zu lassen. Die Segnung der Fahne erfolgte zum Buchenwaldgedenken am 25. Juni 2017. Monsignore Rainer Boeck, ein gebürtiger Altenmarkter, tätig im Landesverband Bayern der KDFB für München und Freising. Rainer Bloeck erinnerte daran, dass auch in Deutschland vor über 70 Jahren "Heil Heil" gerufen und "Deutschland über alles in der Welt" gesungen wurde. Daher brauche es ein Gegensteuern gegen unheilvolle Trends. Egoistischem Individualismus gelte es vorzubeugen, alle müssten demokratische Werte und Spielregeln einhalten. Boeck wertete es als Signal des Aufbruchs und der Hoffnung, dass in den heimischen Vereinen und Verbänden Zusammenhalt und gemeinsame Ziel hoch gehalten werden, vor allem von jungen Leuten.
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| Segnung der Fahne durch Monsignore Rainer Boeck, mit den Trachtenkindern Maria und Christian Trenker |





