Geschichte
Bau der Kapelle 1848/49
Um die kirchliche Verbundenheit zum Ausdruck zu bringen und um am Gedenkort (siehe auch Soldatentotenacker 1803) eine »kleine Kirche« für die Buchenwaldgedenken nutzen zu können, wurde oberhalb des Soldatenfriedhofs eine Kapelle errichtet und der schmerzhaften Gottesmutter geweiht. Eine Abbildung der schmerzhaften Muttergottes ist im Altarraum als Gemälde zu sehen. Es ist anzunehmen, dass durch den neuen Pfarrer und Dekan Andres Klarer (1847), einen strengen, aber auch sehr vaterländisch, gesinnten Herrn, der Bau der Kapelle vorangetrieben wurde. Nach der Überlieferung fanden bereits vor dem Bau der Kapelle Gottesdienste am Begräbnisplatz im Buchenwald, für die begrabenen französischen, österreichischen und bayerischen Soldaten aus dem Lazarett statt. Aus den Akten eines Protokolls von 1865 ist ersichtlich, dass sich eine "Militär Abschieds Vereinsstiftung" für Baulichkeiten und die Reparaturen anzunehmen hat.
1956 Größere Restauration der Buchenwaldkapelle nach dem Krieg mit viel ehrenamtlichen Engagement
2007 wurde die Kapelle durch den Verein der Soldatenkameradschaft Altenmarkt mit vielen Geldspenden, aufwendig restauriert.
2008 ging durch Grundstücktausch, die Gedenkstätte mit ihren 125 Grabkreuzen, Erinnerungstafeln, Denkmal und die Kapelle, in Gemeindebesitz über.
2025 wurde das Dach der Kapelle komplett erneuert
Die alten Statuten
Die alten Statuten des Krieger- und Veteranenvereins Altenmarkt, in gestochener Handschrift. abgefasst, umfassen insgesamt 21 Paragraphen. Leider befindet sich auf dem Papier keine Datumsangabe. Da aber angefügt ist, dass der Verein am 20. Juni 1878 dem Bayer. Veteranen-, Krieger- und Kampfgenossenbund München beigetreten ist, müssen diese Statuten aus der Zeit zwischen 1873 und 1878 stammen, denn die Statuten sprechen vom Krieger- und Veteranenverein und die Namensänderung von Militärverein auf diesen Namen erfolgte im Jahre 1873.
Der §1 dieser Statuten belehrt den Leser über den Zweck des Vereins: »stets Treue zu halten zu seinem König und Vaterland und sich durch Versammlungen in diesem Vorsatze zu bestärken und sich den Erinnerungen über das Erlebte und Erkämpfte hinzugeben.
Aus dem Jahr 1900 existiert eine Aufnahmeurkunde, in der Wolfgang Haberbauer dem Verein beitritt.
Gründung des Vereins im Jahr 1826
Hintergrund für die Gründung des Vereines war die zentrale Bedeutung Altenmarkts und Baumburgs als Lazarett in den vorangegangen Kriegen. In Baumburg wurden die Verwundeten der Koalitionskriege (1797 bis 1799) sowie vor allem die, der Schlacht von Hohenlinden (3. Dez. 1800) versorgt. Für über 2000 Krieger und Soldaten war Baumburg jedoch deren letzte Station. Sie wurden in den umliegend Friedhöfen - die meisten wohl aber im Soldatenfriedhof, oftmals in Massengräbern, beigesetzt. Dieses Mahnmal nahmen nun die Altenmarkter zum Anlass eines alljährlichen Gedenkens. Erstmalig fand dies 1826, exakt 25 Jahre nach der letzten großen Schlacht statt. Noch im selben Jahr gründeten die Reservisten und Organisatoren dieser Gedenkveranstaltungen den »Militärabschiedsverein«.
Die ersten Zusammenschlüsse ehemaliger Soldaten finden wir nach den napoleonischen Kriegen etwa um 1815. In Altenmarkt erfolgten erste Gründungsgespräche 1823 und die Gründung 1826, also schon wenige Jahre danach. Die Soldatenkameradschaft Altenmarkt gehört damit zu den ältesten Vereinigungen dieser Art im gesamten bayerischen Raum und in Altenmarkt zum ältesten.
Nach der Information des "Haus für bayerische Geschichte" in Regensburg ist die älteste Kameradschaft des Chiem- und Rupertigaues, Rupolding, die bereits 1814 einen Verein gründeten.
Die Feier im Buchenwald
| Dieser Beitrag beschreibt die Entstehung der Gedenkfeier im Buchenwald. | |
(übernommen aus dem Heimatbuch von Altenmarkt an der Alz, sh. Seite 32) ![]() |
Die Feier im Buchenwald
Schon 1823 schlossen sich in Altenmarkt Feldzugsteilnehmer zu einem Kriegerverein zusammen und als eine ihrer wichtigsten Aufgaben betrachteten sie es auch, die im Buchenwald begrabenen Soldaten alljährlich zu ehren. Diesen schönen Brauch pflegen die Altenmarkter bis heute. Der Veteranenverein besitzt kein Tagebuch. Die Verkündbücher der Pfarrei reichen bloß bis 1845 zurück. Doch findet sich darin gar manches Beachtenswerte. Fürs erste war die Feier vor den 70er Jahren stets rein kirchlich, denn die Pfarrei betrachtete diesen Ort sozusagen als ihren 2. Friedhof. Sie fand alljährlich am 28. Oktober statt. So heißt es für Dienstag, den 28. Oktober 1845: „Es lassen hier in Baumburg die Gutthäter für die im Buchenwald begraben liegenden Militärs den gewöhnlichen Gottesdienst halten mit hl. Amt, Gedenken, Vigil (Psalmengebet vor dem Totengottesdienst), Libera (feierliches Totengedenken) und Gang zur Begräbnisstätte.“ Daraus darf man schließen, dass es vor 1845 ähnlich war. 1847 übernahm dann Andreas Klarer die Pfarrei, der als besonders strenger, aber auch sehr vaterländisch gesinnter Herr bekannt war. Ihm lag dann auch der Soldatenfriedhof stets sehr am Herzen. Nicht alle im Klosterlazarett Gestorbenen waren im Buchenwald begraben worden. Es sagt uns das ein Gedenkstein an der Kirche in Altenmarkt: „an die im kurpfalzbayerischen Hauptspital in Baumburg als Opfer ihrer heldenmütigen Berufstreue am damals herrschenden Thyphus erlegenen Herren Dr. Jos. Sallinger aus Donauwörth als Oberarzt, gest. den 3.Nov. 1800 und P. Bened. Dandl, Franziskaner aus Altötting, als Spitalpfarrer, gest. 6. Dez 1800.“ Einen Schritt weiter in de Ausgestaltung des Soldatengottesdienstes ging man schon im Jahre 48. Da heißt es im Verkündbuch (wieder für den 28. Oktober) also: „Am Samstag halb 8 Uhr Amt und Beimesse mit Vigil und Libera für alle im Buchenwald begrabenen und in den französischen und russischen Feldzügen gebliebenen Soldaten. Das Libera ist nebst Anrede im Buchenwald und, wenn die Witterung günstig ist, wird die ganze Feierlichkeit am Begräbnisplatz abgehalten.“ Daraus ist zweierlei zu entnehmen: 1. Man hat die Feier jetzt zu einem allgemeinen patriotischen Gedenkfest ausgestaltet und nicht mehr bloß zu Ehren der dort wirklich Bestatteten abgehalten; 2. Es wird der Wunsch rege, die ganze Feier in den Buchenwald zu verlegen. Damit hängt aber auch von selbst das Bedürfnis nach einer Kapelle dortselbst zusammen. Und so kam es auch. Man baute 1848/49 die heute dort stehende und der Gottesmutter geweihte Kapelle. Der feierliche Zug von der Kirche aus zur Jahresfeier im Buchenwald wurde mit einigen Unterbrechungen auch in der Folgezeit beibehalten bis zum 22. Juni 1879. In diesem Jahre finden wir ihn das letzte Mal verzeichnet. Aber beim letzten Sonntag im Juni blieb es dennoch. K.H.











