Berichte über die Soldatenkameradschaft
Buchenwaldgedenken 2026
Ausgabe Trostberger Tagblatt vom 29.06.2026
„Frieden merkt man erst, wenn er fehlt“
Buchenwaldgedenkgottesdienst zum Jubiläum mit Militärdekan Thomas Funke – Wolfgang Losert erhält Ehrenurkunde der französischen Reservisten in Bayern
Altenmarkt. „Frieden merkt man erst, wenn er fehlt“, sagte einst ein Soldat in Mali zu Militärdekan Thomas Funke. Dieser Friede sei wie ein Baum, der langsam wächst und Auftrag für Politik, Bildung und jeden einzelnen sei, so der Militärdekan in seiner Predigt zum Jubiläums-Gedenkgottesdienst, der gleichzeitig Höhepunkt der Feierlichkeiten der Soldatenkameradschaft Altenmarkt zu ihrem 200jährigen Bestehen war.
Auch der zweite Tag des Jubiläums (die KSK Altenmarkt feierte 200 Jahre Bestehen und 225 Jahre Buchenwaldgedenken) war geprägt von hochsommerlichen Temperaturen, die sich aber hauptsächlich während des Zuges vom Altenmarkter Marktplatz zur Buchenwaldgedenkstätte bemerkbar machten. Im Buchenwald herrschte ein laues Lüftchen, das dort für moderatere Temperaturen sorgte. Gekommen waren insgesamt 44 Vereine und zahlreiche Gäste, so dass man in zwei Zügen (einmal angeführt von der Altenmarkter Musikkapelle und einmal mit der Seeoner Blasmusik vorn dran) vom Marktplatz über die Bundesstraße den Baumburger Berg hoch bis zur Buchenwaldkapelle marschieren konnte. Mit dabei waren Altenmarkter Ortsvereine sowie Nachbarvereine mit ihren Fahnenabordnungen, darunter wieder eine Abordnung aus dem österreichischen Handenberg sowie aus dem befreundeten Hohenlinden, die in historischen Uniformen dabei waren. Angekommen an der Buchenwaldkapelle begrüßte der Vorsitzende der Altenmarkter Soldatenkameradschaft Wolfgang Losert die zahlreichen Gäste, darunter den Gauvorsitzenden des Chiem- und Rupertigaus Anton Linner sowie Ehrenvorsitzenden Michael Bernauer, den stellvertretende Generalkonsul Pierre Clouet aus München, den Generaldelegierten des Souvenir Français für Deutschland in Bayern Pierre Wolff mit seiner Frau Margarete, den Generalpräsidenten der Vereinigung der französischen Reservisten und Veteranen in Bayern Bertrand Polliot sowie den Präsidenten der Vereinigung der französischen Reservisten Daniel Baur.
Den Gottesdienst hielten zum Jubiläum neben Militärdekan Thomas Funke, Pfarrer Christoph Kronast, Pater Sebastian Paredom und Gemeindereferentin Irmi Huber. In seiner Predigt erinnerte der Militärdekan zunächst an das Schicksal der mehr als 2000 Toten aus dem Baumburger Lazarett, die hier im Buchenwald begraben liegen. Im Leben waren sie noch Feinde aus Österreich, Bayern und Frankreich kommend, „im Tod liegen sie friedlich nebeneinander“. Jesus habe den Menschen „den Frieden hinterlassen“. Seine Einsätze als Militärpfarrer in Afghanistan und Mali hatten ihm jedoch aufgezeigt, dass dieser Friede mehr als nur die Abwesenheit von Krieg sei. In Gesprächen mit Soldaten wurden dies immer wieder thematisiert und darauf gehofft, dass die Einsätze der Bundeswehr dort, Frieden und eine bessere Welt für die Menschen vor Ort brächten. „Friede merkt man erst, wenn er fehlt“, hatte ihm ein Soldat in Mali einst gesagt. Der Friede sei, wie Antoine de Saint-Exupéry einst feststellte, „wie ein Baum, der langsam wächst“. Daher auch die jüngst gepflanzte Friedenseiche nahe der Buchenwaldkapelle. Friede sei auch ein Auftrag an Politik, Bildung und jeden einzelnen, schloss er seine Predigt.
KSK-Vorsitzender Wolfgang Losert dankte nach dem Gottesdienst allen Beteiligten, dem Altenmarkter Musikverein für die musikalische Umrahmung, den Baumburger Böllerschützen, den Orts- und Nachbarvereinen, den Frauen, welche die Eichenlaubgirlanden für die Holzgräber gebunden hatten, sowie allen Helfern für die Vorbereitung und Gestaltung des Gottesdienstes. Er betonte nochmals, dass Frieden wichtiger denn je sei und sich jeder überlegen solle, wo er sich wie einbringen könne, den Frieden in seiner Umgebung zu erhalten.
Im Anschluss bewegte sich der Zug zur Gedenkstätte unterhalb der Buchenwaldkapelle, an der das Libera von einem gemischten Chor unter der Leitung von Regina Mitterer gesungen wurde. Nach den Segensworten von Militärdekan Thomas Funke hielt der stellvertretende Generalkonsul Pierre Clouet noch eine kurze Gedenkansprache. Auch er legte einen Kranz nieder. Gemeinsam wurde diesmal nicht nur die Deutschland- und Bayernhymne gespielt, sondern auch die eigens von der Musikkapelle einstudierte französische und österreichische Nationalhymne.
Nach dem Rückmarsch des Zuges zurück zum Marktplatz wurde dort noch ein Spalier des Jubelvereins gebildet, durch das sich der Rest des Zuges bis zum Ziel bewegte. Im Gasthof „zur Post“ würdigte abschließend Pierre Wolff, der Landesdelegierte von „Le Souvenir Français“, die Leistung der Altenmarkter Soldatenkameradschaft unter Wolfgang Losert. Damals vor 225 Jahren, waren Bayern und Franzosen noch Feinde, doch bereits im Lazarett wurden auch Franzosen von Bayern gepflegt. Heute sei eine wunderbare Freundschaft zwischen beiden Nationen entstanden. Pierre Wolff dankte der Altenmarkter Soldatenkameradschaft für die unermüdliche Pflege dieser für das mahnende Gedenken so wertvollen Gedenkstätte, die ja auch den französischen Opfern gelte. Als äußeres Zeichen dieses Dankes überreichte er Wolfgang Losert eine Urkunde, die symbolisiere, dass „die einstigen Gräben der Vergangenheit durch Brücken der Freundschaft ersetzt wurden“. -sts

Eine große Schar Gäste hatte sich am Sonntag vor der Buchenwaldkapelle eingefunden, um mit Militärdekan Thomas Funke Gottesdienst zum Jubiläum der Altenmarkter Soldatenkameradschaft zu feiern. Foto: sts

Schirmherr Stephan Bierschneider befestigte das gesegnete Erinnerungsband an der Fahne der Altenmarkter Soldatenkameradschaft. Foto: sts
Foto alt_ksk_jub_sonntag_bilderwand_26.JPG: Eine Bilderwand mit gemalten Friedensbildern von Kindern der Altenmarkter Grundschule findet sich die Tage noch beim Soldatenfriedhof. Foto: sts

Der Altenmarkter Jubelverein führte mit neuer Standarte von 1867 den Zug zurück zum Marktplatz an. Foto: sts

Pierre Wolff, der Landesdelegierte von „Le Souvenir Français“ (rechts) überreichte KSK-Vorsitzender Wolfgang Losert, eine Urkunde zur Wertschätzung seiner Arbeit im Sinne des Erhalts der deutsch-französischen Freundschaft. Foto: sts
Jubiläum 2026
Am letzten Sonntag im Juni 2026 gedenkt die Soldatenkameradschaft Altenmarkt - Mahner für den Frieden dem 225-jährigen Jahrestag der Schlacht von Hohenlinden und feiert sein 200-jähriges Vereinsjubiläum.


Soldatenkameradschaft beim Cameronetag - Gedenktag der Fremdenlegion
Altenmarkt, 29. April 2026
Die Soldatenkameradschaft Altenmarkt – Mahner für den Frieden - war einer Einladung der Französischen Reservisten in München gerne gefolgt und hat sich am jährlichen Cameronetag, dem Gedenktag der Fremdenlegion, im alten nördlichen Friedhof in München beteiligt. Zahlreiche Gäste, darunter der Generalkonsul für Frankreich in München, eine Abordnung Italienischer Gebirgsjäger, Historische Vereine aus dem Umland, eine Kameradschaft aus Österreich, Reservisten der Bundeswehr und natürlich auch eine Anzahl französischer Reservisten, begingen gemeinsam, den für die französischen Fremdenlegionäre großen Gedenktag. Nach einer kurzen Begrüßung folgte das verlesen des Gefechtsverlaufes im mexikanischen Camerone im Jahre 1863 in französisch und deutsch. 62 Legionäre und 3 Offiziere kämpften gegen ca. 2000 Mexikaner. Das Gedenken an das Gefecht von Camerone steht bei der französischen Fremdenlegion für Opferbereitschaft und Heldentum und wird jährlich begangen. Bei einem anschließenden Empfang wurde traditionell Blutwurst und Brot gereicht. Eine rundum gelungene Veranstaltung ganz im Geiste der deutsch -französischen Freundschaft und Völkerverständigung.


Militärdekan Thomas Funke informiert sich im Buchenwald zum Jubiläumsgedenken am 27. / 28. Juni 2026
Altenmarkt 05. Februar 2026
Auf Einladung der Vorstandschaft besuchte kürzlich der Militärdekan Thomas Funke die Gedenkstätte im Buchenwald. Eindrucksvoll und anhand von Bildern wurde dem Geistlichen, der den Gottesdienst zum heurigen Jubiläum am 28. Juni zelebrieren wird, gezeigt. Er wird auch vom Baumburger Seelsorgeteam unterstützt werden. Die Kapelle und die Gedenkstätte mit den Erinnerungskreuzen beeindruckte Thomas Funke genauso, wie die Information zum abschließenden Totengedenken, dem Libera am Denkmal. Auch der Anlass für das jährliche Gedenken, die Schlacht bei Hohenlinden und die damit verbundenen Lazarette in Baumburg wurden dem Geistlichen erklärt. Funke hat die Aufgabe am Buchenwaldgedenken, zum 225 jährigen Jubiläum und der Gründung der Soldatenkameradschaft vor 200 Jahren gerne angenommen. Er selbst kommt aus Westfalen und war als Priester längere Zeit im Münsterland tätig, bis er zur Militärseelsorge gekommen ist. Seit Herbst 2025 ist er Verantwortlich für den Bundeswehrstandort Bad Reichenhall, Bischofswiesen und Umgebung. „Mehrere Auslandseinsätze und die Jahre in verschiedenen Standorten haben mich diesen Entschluss noch nicht bereuen lassen“, sagte er, bei einem abschließenden Gespräch im Bräustüberl in Baumburg.

Im Bild von links Thomas Funke, Wolfgang Losert, Sebastian Peteranderl
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